Eine Brandschutzabschottung ist mehr als das Verschließen einer Öffnung
Kabel, Rohre und andere Installationen müssen durch Wände und Decken geführt werden. Jede Durchführung durch einen feuerwiderstandsfähigen Bauteil kann jedoch dessen Schutzwirkung beeinträchtigen. Aufgabe einer Brandschutzabschottung ist es, die Ausbreitung von Feuer, heißen Gasen und Wärme über die Durchführung für die geforderte Dauer zu begrenzen.
Entscheidend ist deshalb nicht nur ein „Brandschutzprodukt“. Öffnungsgröße, Wand- oder Deckenart, Leitungsart und -abmessung, Dämmung, Abstände und Einbautiefe müssen zum geprüften beziehungsweise nachgewiesenen System passen.
Kabelabschottung, Rohrabschottung und Kombiabschottung
Auf Baustellen treten Kabeldurchführungen, Kunststoff- und Metallrohre sowie gemischte Belegungen gemeinsam auf. Besonders bei Kombiabschottungen ist die genaue Zuordnung zum passenden Brandschutzsystem wichtig.
- Kabel, Kabelbündel und Kabeltrassen
- Kunststoffrohre, Metallrohre und gedämmte Rohrleitungen
- Kombiabschottungen mit unterschiedlichen Medien
- Fugen und weitere Öffnungen in raumabschließenden Bauteilen
Warum wir Hilti Brandschutzsysteme einsetzen
TREE arbeitet im passiven Brandschutz mit Hilti Systemen und Materialien. Abhängig von der Einbausituation können Brandschutzdichtmassen, Schäume, Mörtel, Beschichtungen und Plattensysteme, Brandschutzsteine sowie intumeszierende Rohrmanschetten oder Bänder eingesetzt werden.
Der Vorteil liegt im systembezogenen Ansatz: Nicht ein einzelnes Produkt muss „irgendwie passen“, sondern die konkrete Abschottung wird anhand der Bauteile, Medien, Abmessungen und des geforderten Feuerwiderstands ausgewählt.
EI 60, EI 90 und EI 120 – was bedeutet das?
E beschreibt den Raumabschluss beziehungsweise die Integrität, I die Wärmedämmung im Brandfall. Die Zahl steht für die klassifizierte Dauer in Minuten unter den Bedingungen des jeweiligen Prüf- und Klassifizierungsverfahrens.
Eine Klassifizierung wie EI 90 ist daher keine pauschale Eigenschaft einer Kartusche oder Manschette. Sie bezieht sich auf eine definierte Systemkonfiguration. Untergrund, Belegung, Abstände und Montage müssen mit dem jeweiligen Verwendbarkeits- beziehungsweise Anwendbarkeitsnachweis und den Herstellerunterlagen übereinstimmen.
Welche Vorschriften gelten in Deutschland?
Für Brandschutzabschottungen gibt es in Deutschland nicht das eine bundesweit identische „Firestop-Gesetz“. Maßgeblich sind insbesondere die jeweilige Landesbauordnung und die im Bundesland eingeführten Technischen Baubestimmungen. Die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) bildet dabei eine wichtige technische Grundlage, soweit sie landesrechtlich eingeführt ist.
Zusätzlich müssen die Nachweise des konkret eingesetzten Abschottungssystems beachtet werden, zum Beispiel ETA sowie bauaufsichtliche Verwendbarkeits- oder Anwendbarkeitsnachweise, soweit für das jeweilige System erforderlich. Vor Ausführung ist immer die projektspezifische Genehmigungs- und Nachweissituation zu prüfen.
- jeweilige Landesbauordnung (LBO)
- eingeführte Technische Baubestimmungen des Bundeslandes
- MLAR in der jeweils landesrechtlich eingeführten Fassung
- Systemnachweise, ETA und gegebenenfalls DIBt-/bauaufsichtliche Nachweise
DIBt – Technische Baubestimmungen (öffnet in einem neuen Tab)
Sie benötigen Brandschutzabschottungen für Ihr Projekt?
Für eine schnelle technische Prüfung und Angebotserstellung senden Sie uns Leistungsverzeichnis oder Planung, Fotos der Durchführungen, Angaben zu Wand- und Deckenkonstruktionen, Medien und Abmessungen, die geforderte Feuerwiderstandsklasse sowie Projektort und Ausführungszeitraum.
TREE führt Brandschutzabschottungen mit Hilti Systemen projektbezogen und nach den Unterlagen des ausgewählten Systems aus.